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Festpreis oder Stundensatz: Vor- und Nachteile in der Projektarbeit

Festpreis-Stundensatz-Freelancer

Festpreis pro Projekt oder Abrechnung nach Stunden? Eine wichtige Frage, die sich Selbstständige und Freelancer stellen müssen, um ihr persönliches Risiko zu minimieren. Doch welche Vor- und Nachteile überwiegen?

Meist entscheidet der Preis, ob eine Dienstleistung in Anspruch genommen oder sich auf eine Ausschreibung beworben wird. Spätestens bei der Konkretisierung einer Zusammenarbeit zwischen Freelancer und Auftraggeber stellt sich die Frage nach der Vergütung. Je nach Projektumfang, Fachbereich und Aufgabenstellung kann es sich lohnen das Projekt auf Festpreis- oder Stundensatzbasis durchzuführen. Beide Parteien haben bei dieser Entscheidung Unsicherheiten und möchten ihr persönliches Risiko minimieren. Dadurch entsteht ein großer Interessenkonflikt, denn die Abrechnungsmodalitäten werden festgelegt, bevor das Projekt beginnt. Sowohl Pauschale, als auch die Bezahlung nach Zeitaufwand, haben ihre Vor- und Nachteile. Hier erfährst Du, welche Möglichkeiten der Preisgestaltung es gibt.

Der Festpreis

Der Festpreis ist ein definierter, vertraglich vereinbarter Preis für ein bestimmtes Projekt oder eine Leistung. Die Abrechnung als Festpreis erfordert eine detaillierte Definition des Auftrages und der Aufwandschätzung. Hierbei liegt das Risiko tendenziell beim Auftragnehmer, da dieser keinen Spielraum für eventuell anfallende Mehrarbeit hat, sondern diese im Zuge der Pauschale abgegolten ist. Ist der Aufgabenrahmen nicht klar abgesteckt und übersteigt der Aufwand die Planung, entsteht beim Freelancer zusätzliche, kostenlose Arbeit. Insbesondere Korrekturen, Nacharbeiten oder die Erstellung weiterer Entwürfe fallen unter diese Zusatzleistungen. Gleichermaßen besteht das Risiko, dass der Aufwand zu hoch geschätzt ist und somit der Nachteil beim Auftraggeber liegt. Daher sollte bereits vor der Zusammenarbeit präzise vertraglich fixiert werden, welche Leistungen in einem Auftrag inbegriffen sind.

Die Definition eines Festpreises ist im Vergleich zu einem Projekt auf Stundensatzbasis mit weniger Aufwand verbunden, da der Leistungsumfang einmalig mit einem Preis benannt wird. Zudem verhindert eine feste Pauschale Diskussionen über einzelne Posten bei der Rechnungsstellung, denn die einzelnen Teilleistungen der Kalkulation können nicht klar nachvollzogen werden. Daher mindert die fixe Beschreibung der Aufgabe die Flexibilität und Transparenz in der Zusammenarbeit. Zudem fällt der Vergleich der einzelnen Anbieter schwerer, denn die veranschlagten Stundensätze sind nicht kontrollierbar.
Planungssicherheit bietet der Pauschalpreis für beide Seiten, erfordert aber eine disziplinierte Umsetzung des Projektes auf Seiten des Freelancers. Sowohl der Auftragnehmer, als auch der Projektanbieter wissen mit welchen Einnahmen bzw. Kosten im Zusammenhang mit dem Auftrag zu rechnen sind.

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Der Stundensatz

Der Stundensatz entspricht der festen Vergütung einer Leistung, die dem Kunden pro Stunde in Rechnung gestellt wird. Der Tagessatz beschreibt die Berechnung der Entlohnung eines Freelancers auf Tagesbasis. Mit dem Stunden- oder Tagessatz wird dabei der tatsächliche Arbeitsaufwand des Freelancers berechnet. Beim Tagessatz ist es üblich, die Summe der Stundensätze aufgrund der Vollauslastung leicht nach unten zu korrigieren.

Bei der stundenweisen Abrechnung trägt überwiegend der Auftraggeber das Risiko, da für ihn die realistische Einschätzung des Aufwandes nicht möglich ist. So kann es zur Folge haben, dass die tatsächlich entstehenden Kosten des Projektes die erwartete Summe deutlich übersteigen. Die Abrechnung nach Stunden ermöglicht hingegen eine erhöhte Flexibilität in der Projektdurchführung. Eine spontane Reaktion auf Veränderungen im Projekt ist möglich, da einzelne Zusatzleistungen oder Mehrarbeit gegen mehr bezahlte Arbeitsstunden erbracht werden können.

Eine wirkliche Planungssicherheit liegt in diesem Fall fast ausschließlich beim Freelancer. Als Experte kann er anfallende Aufgaben besser mit Zeiteinheiten benennen. Dazu kommt, dass der Auftraggeber meist eine gewisse Leistung und nur in seltenen Fällen eine bestimmte Stundenzahl erwerben will. Auftraggeber haben hier eine größere Unsicherheit, da die Leistungen, im Gegensatz zum Pauschalpreis, nicht fix bepreist werden. Die Abrechnungsmodalität auf Stundenbasis ermöglicht eine verbesserte Vergleichbarkeit der Angebote und Stundensätze. Ist der Stundensatz des Auftragnehmers einmal bekannt, ist es schwierig, bei einer weiteren Zusammenarbeit auf ein anderes Bezahlmodell zu wechseln. Außerdem kann die Vergleichbarkeit der Stundensätze, ähnlich wie bei offenen Preislisten, Preiskämpfe verursachen. Die Transparenz in der Zusammenarbeit ist höher, da eine gerechte Entlohnung nach tatsächlichem Aufwand und Arbeitsstunden erfolgt. Der Auftraggeber kann somit direkt einsehen, wie viele Stunden für die einzelnen Teilaufgaben und -leistungen beansprucht werden. Die Rechnungsstellung nach Stunden kann somit im Gegensatz zur Pauschale zu Diskussionsbedarf führen, da einzelne Posten der Aufwandsaufstellung eventuell einer Erklärung bedürfen.

Sonderfall: Content

Im Bereich der Contenterstellung und Übersetzung veranschlagen Texter häufig einen Preis pro Wort oder pro Seite. Dieser beinhaltet dabei meist die inhaltliche Recherche, Formulierung und Revision des Textes. Durch die Erstellung eines präzisen Briefings und Vorleistung von Recherche-Input auf Seiten des Auftraggebers, können Missverständnisse vermieden und der Fokus des Freelancers auf die perfekte Aufbereitung und Ausformulierung gelenkt werden.

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Fazit

Eine Patentlösung gibt es nicht. Ob Pauschale oder Stundensatz zugrunde gelegt werden, solltest Du anhand des Auftrages entscheiden. Einige Selbstständige wählen den goldenen Mittelweg und setzen für eine fest vereinbarte Leistung eine Pauschale an und legen vertraglich mit dem Kunden für die flexiblen Auftragsteile einen Stundensatz fest. Wichtig ist von Beginn an eine offene Kommunikation, in der Ansprüche, Leistungen und Auftragsrahmen detailliert beschrieben werden, sodass sich eine solide Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ergibt.

Vergleich: Festpreis oder Stundensatz

  Festpreis Stundensatz
Risiko trägt der Auftragnehmer trägt der Auftraggeber
Flexibilität weniger flexibel flexible Zusatz-
leistungen möglich
Planungssicherheit Planungssicherheit
für beiden Seiten
weniger Planungssicher
Transparenz geringe Transparenz Entlohnung nach
tatsächlichem Aufwand
Vergleichbarkeit

schlechte Vergleichbarkeit;
keine Teilpreise erkennbar

Hohe Vergleichbarkeit
forciert Preiskämpfe

freelanceXpress Team

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