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Home Office und Kinderbetreuung – mit diesen Tipps gelingt beides

Mutter mit Kind auf dem Schoß am Schreibtisch im Home Office

Noch nie in den letzten Jahren mussten so viele Arbeitnehmer, Freelancer und Unternehmer Home Office und Kinderbetreuung gleichzeitig stemmen wie während der Corona Pandemie. Beides lässt mit Struktur, Geduld und Kreativität durchaus vereinen.

Vor allem Eltern stellt die derzeitige Corona-Krise vor große Herausforderungen: Geschlossene Kitas, geschlossene Schulen neben “verordnetem” Home Office – immer wieder über längere Zeiträume müssen berufstätige Eltern die Betreuung ihrer Kinder und ihre berufliche Tätigkeit unter einen Hut bringen. Betroffene wissen, dass das nicht leicht ist. Hier geben wir einige hilfreiche Tipps und Informationen zum Thema weiter, die Dir die Bewältigung dieser Situation erleichtern sollen. Dabei wird die Problematik Kinderbetreuung und Home Office vielleicht nicht einmal nur auf die akute Situation beschränkt bleiben. In vielen Bereichen wird sich möglicherweise das Home-Office Modell auch längerfristig zumindest teilweise durchsetzen und nicht immer ist die perfekte externe Betreuung der Kinder auch in normaleren Zeiten gegeben. Ein Grund mehr, Dich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Eine Struktur entwickeln und beibehalten: Grenzen setzen

Eltern beklagen zurzeit in der gesamten Bundesrepublik, besonders unter Stress zu stehen. Grund ist die Schließung von Schulen und Betreuungseinrichtungen für Kinder. Da viele von uns in diesen Wochen und Monaten per Anordnung ins Home Office geschickt worden sind, sollen wir gleichzeitig unsere berufliche Leistung erbringen und die Kinder beschäftigen. Je nach Alter der Kinder stellt sich die Situation individuell etwas anders dar. Gemeinsam ist fast allen Betroffenen die Klage darüber, dass der Spagat zwischen Kinderbetreuung und voller beruflicher Tätigkeit kaum zu leisten sei. Dennoch muss die Situation bewältigt werden.

Ganz am Anfang aller Bemühungen um eine Lösung steht der Gedanke an eine Struktur, die auch in diesen ungewöhnlichen Zeiten unsere Tage gestalten soll. Erinnern wir uns, wie es ist, wenn Kitas und Schulen geöffnet sind. Kinder erreichen hier zu bestimmten Zeitpunkten die Betreuungseinrichtungen, wir erscheinen ebenso zu bestimmten Uhrzeiten im Büro. Solche Strukturen sind auch im Home-Office wichtig. Dementsprechend steht zu Beginn eine feste Tageseinteilung. Was aber passiert, wenn sich die Kinder nicht an die Tageseinteilung halten wollen? So oder ähnlich werden viele Eltern an dieser Stelle sofort fragen. Wir kommen sofort noch mal auf die Frage zurück, wie Grenzen einzuhalten sind. Wichtig ist es zunächst, dass wir überhaupt Grenzen setzen. Die Struktur mit festen Zeiteinteilungen ist auch wichtig, um gegebenenfalls zu festen Zeiten wie gewohnt für Auftraggeber und Unternehmen erreichbar zu bleiben.

Kindern die Grenzen kommunizieren und die Einhaltung vereinbaren

Selbst relativ kleine Kinder bekommen es mit, wenn Eltern unter Stress stehen und/oder es ihnen nicht gut geht. Die Besonderheiten der Situation im Home Office sollten deshalb mit den Kindern besprochen werden. Dabei muss auch zur Sprache kommen, dass es Zeiten geben wird, in denen die Eltern Zeiträume für die Erledigung ihrer Aufgaben benötigen. Auch kleinere Kinder können beispielsweise über das Symbol einer Sanduhr verstehen, dass sie die Eltern einmal nicht stören sollen, wenn der Sand durchläuft. Als Belohnung gibt es dann wieder feste Zeiträume, in denen die Eltern für die Kinder Zeit haben. Hier darfst Du Dich nicht entmutigen lassen, wenn es mit der Einhaltung der Grenzen am Anfang nicht gleich klappt. Es ist außerdem keine Frage, dass Kinder unter 2-3 Jahren noch nicht unbedingt für die Abgrenzung von Arbeits- und Freizeiten ansprechbar sind. Hier kann es beispielsweise hilfreich sein, sich mit dem Partner und Auftraggebern/Unternehmern flexibel abzusprechen, sodass immer der eine oder der andere der Eltern die Betreuung übernehmen kann, wenn der andere Elternteil beschäftigt ist. In der jetzigen Situation darf man auch darauf vertrauen, dass Gesprächspartner am Telefon Verständnis haben werden, wenn im Hintergrund Kinder zu hören sind.

Die Beschäftigung von Kindern

Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten, um Kinder der verschiedenen Altersklassen zu Hause zu beschäftigen. Gefragt ist etwas Kreativität. Von Hörbüchern angefangen, über Lesen, über Onlineangebote, Rollenspiele, bestimmte Projekte bis hin zu selbst gebauten Spiellandschaften und der spielerischen Beteiligung an leichten Tätigkeiten im Haus mit folgender Belohnung ist vieles denkbar. Basteln, Malen, Kneten, Gärtnern, aber auch Tanzen und Verstecken macht auch jüngeren Kindern mit etwas Anleitung Spaß. Bei schulpflichtigen Kindern könne sich reine Spielzeiten dabei mit kleinen Lernaufgaben abwechseln, die im Idealfall mit den Lehrern abgestimmt werden. Je spielerischer auch das Lernen erfolgt, desto besser. Abwechslung nicht nur zwischen den verschiedenen Bereichen, sondern auch zwischen Ruhe und Bewegung ist ein wichtiger Faktor, um Kindern ein Gefühl für Konzentration zu verschaffen und sich als Eltern Zeiten für die Arbeit freizumachen.

In Pausen immer wieder beieinander sein

Eltern können außerdem ihre eigenen Pausenzeiten nutzen, um immer wieder mit den Kindern das Gespräch zu finden und diesen das Gefühl zu vermitteln, für sie da zu sein. Kinder erreichen auf diese Weise auch einen gewissen Grad an Selbstständigkeit, der ihnen ab einem gewissen Alter bei der eigenen Entwicklung helfen kann. Außerdem sehen sie, dass eine Alltagsstruktur auch dann gegeben ist, wenn die typischen normalen Bereiche des Alltags scheinbar aufgelöst sind. Es tut den meisten Kindern ab einem gewissen Alter gut zu lernen, dass sich die Welt nicht nur um sie dreht. Werden solche Erfahrungen während der Corona Pandemie im Home Office mit Geduld und Gelassenheit vermittelt, kann diese eigentliche Krisensituation den Anstoß für die Entwicklung der Kinder geben und den Zusammenhalt einer Familie eher stärken als schwächen.

Gelassen bleiben, auch wenn es einmal nicht so funktioniert

In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, dass aufkommende Konflikte kommunikativ und konstruktiv gelöst werden. Jedem Kind, gleich welcher Altersklasse, wird einmal langweilig sein, jedes Kind wird sich einmal nicht an entsprechend vereinbarte Regeln halten und die Eltern auch während der Arbeitszeit stören wollen. Auch Kinder haben gute und schlechte Tage, fühlen sich vielleicht an einem Tag nicht so gut und wünschen sich mehr Aufmerksamkeit von den Eltern. Die Eltern sollten dann ruhig bleiben, für Langeweile noch ein paar interessante, unbekanntere Vorschläge in der Schublade haben und sachte auf die Einhaltung von Regeln achten. Menschen sind keine Maschinen. Auch im Büroalltag findet immer einmal wieder die eine oder andere Ablenkung beispielsweise durch Kollegen statt. Der Perfektionsmaßstab an alle Beteiligten sollte deshalb beim Zusammenspiel von Kinderbetreuung und Home Office auch nicht zu hoch und übermenschlich angelegt werden.

Immerhin ist das Home Office in der jetzigen Situation auch eine Chance, viel mehr Zeit mit seinen Lieben zu verbringen und vielleicht auch ganz andere Seiten im Zusammenleben zu entdecken. Es ist vielleicht auch einmal eine gute Gelegenheit, die Beschäftigungsmöglichkeiten für die eigenen Kinder generell zu überdenken und neue Ideen auszuprobieren. Das kann allen Beteiligten sogar viel Spaß machen und die Resultate sind sicher nicht auf die Zeit der Pandemie beschränkt.

freelanceXpress Team

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