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Startup gründen: 10 Fehler, die Startups bei der Gründung vermeiden sollten

Startup gründen Fehler

Die Gründung von Unternehmen ist so einfach wie niemals zuvor. Leider machen viele Gründer vermeidbare Fehler, die Zeit, Geld und Nerven kosten.

Digitalisierung, neue Technologien und das Zusammenwachsen der Welt schaffen unglaubliche Potenziale für die Gründung von Startups. Gerade das Internet und diverse Ratgeber suggerieren, dass die Unternehmensgründung eine Sache von wenigen Tagen ist. Rein formal stimmt das sogar bei den meisten Rechtsformen.

Wer aber nicht genug Zeit in die Planung seiner Gründung steckt, wird schon kurz nach der Gründung selbst Probleme bekommen. Im Folgenden möchten wir Dir zeigen, wie Du die gefährlichsten Klippen umschiffst und stattdessen in ruhigerem Fahrwasser startest.

1. Mangelnde Vorbereitung auf das Unternehmertum

Unternehmer sein, ist ein Beruf. Ein Beruf, für den Du nicht nur Ideen und Visionen benötigst, sondern auch ein gewisses Handwerkszeug. Allem voran steht betriebswirtschaftliches Grundwissen angefangen vom Beherrschen einer einfachen Break-Even-Analyse bis hin zu grundlegenden Buchhaltungskenntnissen und dem Wissen über Deine Rechte und Pflichten als Unternehmer. Sofern Du noch niemals Kontakt mit der Materie gehabt hast, kann ein Crashkurs an einer Volkshochschule oder Online-Akademie bzw. der Blick in ein Standardwerk nicht schaden.

2. Ein schlechter Businessplan

Ebenfalls zu dieser Form der Vorbereitung gehört die Ausarbeitung eines Businessplans, im Rahmen dessen Du Deine Idee in ein funktionierendes Geschäftsmodell umwandelst. Gerade wenn Du Investoren wie Banken mit ins Boot holen möchtest, ist ein schlechter oder nicht vorhandener Businessplan ein KO-Kriterium für jede Finanzierung. Investiere hier genügend Zeit und nimm bei Bedarf Hilfe in Anspruch.

Startup Finanzierung: Bootstrapping

3. Dein Produkt oder Service bietet keinen Mehrwert

Gründer haben eine gute Idee und steigern sich umso stärker hinein, je länger sie daran arbeiten. Dabei stellt sich leider häufig eine subtile Betriebsblindheit ein. Häufige Folge: Du entwickelst ein Produkt, das sich in Deinen Ohren hervorragend anhört, in der Realität jedoch keinen echten Mehrwert bzw. Kundennutzen liefert. 

Im schlimmsten Fall löst Dein Service oder Produkt noch nicht einmal ein Problem oder eines, das gar nicht besteht. Um nicht am Markt vorbei zu entwickeln, ist Feedback von außen enorm wichtig. Stelle deine Idee regelmäßig Menschen vor, die Dir nicht nur nach dem Mund reden, sondern ehrliche und konstruktive Kritik üben. Ebenfalls unverzichtbar: gründliche Markt- und Zielgruppenforschung.

4. Netzwerken wird vernachlässigt

Networking ist gerade für Startups unverzichtbar. Wer keine Kontakte knüpft, den Eigenbrötler mimt und seine Ideen für sich behält, arbeitet leicht am Ziel vorbei. 

Zudem lässt Du Dir wertvolles Feedback, Ratschläge erfahrener Unternehmer und spannende Chancen durch neue Kontakte entgehen. In beinahe jeder größeren Stadt gibt es regelmäßig Networking-Events oder Unternehmerstammtische. Neulinge sind hier immer gerne willkommen. Reines Online-Networking sollte immer nur die zweite Wahl sein und ersetzt nicht den direkten Austausch.

5. Mangelnde oder zu komplexe Produkt- oder Servicedefinition

Gute Produkte und Services müssen für Deine Zielgruppe einfach verständlich sein. Zu komplexe Produkte schrecken potenzielle Kunden ab und bergen für Dein Startup vielschichtige Risiken. Denn: Jede Komplexitätsebene erhöht das Risiko, dass an irgendeiner Stelle etwas schiefläuft.

Und die Erfahrung zeigt: Bei jungen Unternehmen geht angefangen von Lieferengpässen durch fehlerhafte Planung bis hin zu nachträglichen rechtlichen Einwänden immer etwas schief. Nimm Dir daher genügend Zeit, um Deine Ideen zu prüfen und möglichst präzise zu definieren. Gute Produkte und Services lassen sich in ihren Grundzügen in wenigen Sätzen erklären! Andernfalls ist Deine Definition nicht scharf genug.

6. Mangelhafte Zielgruppendefinition

Als frisch gegründetes Startup ist eine unscharfe Zielgruppendefinition (schlimmer noch gar keine definierte Zielgruppe) mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Sargnagel im Konkurrenzkampf. 

Betreibe Marktforschung, indem Du potenzielle Kundenzielgruppen samt ihren Bedürfnissen, die Konkurrenz, Konkurrenzprodukte, die Nachfragesituation sowie die Vertriebs- und Standortfaktoren unter die Lupe nimmst. Passe Deine Idee an, orientiere Dich an den tatsächlichen Kundenbedürfnissen und biete Deiner Zielgruppe eine echte Unique Selling Proposition (USP). Diese muss Dein Angebot deutlich vom Angebot Deiner Konkurrenten unterscheiden.

7. Sich keine Nische suchen

In der plattformgetriebenen „the winner takes it all“-Economy hast Du es als Startup in Branchen und Sektoren mit bestehendem Angebotsüberhang schwer. Hier verdirbt Dir der starke Wettbewerb die Marge und schnürt Dir finanziell schnell die Luft ab. Sofern Du nicht ein wirklich starkes Produkt hast, das selbst etablierte Player ins Wanken bringt, solltest Du Dir eine kleine Nische suchen. Investierst Du Deine ganze Energie in diese Nische, stehen die Chancen gut, schnell signifikante Marktanteile zu bekommen oder gar die Marktführerschaft anzustreben.

8. Finanzen nicht im Griff haben

Dieser Punkt ist vielfältig und zieht sich quer durch mehrere Themenkomplexe angefangen von der korrekten Wertberechnung eines Kunden über das Unterschätzen von Steuernachzahlungen bis hin zu überbordenden Ausgaben. Gerade Erstgründer vergessen oft, dass Umsatzsteuer abzuführen ist oder das Finanzamt oft um mehrere Jahre nachgelagert hohe Steuernachzahlungen fordern kann. Sprich: Viele Unternehmen geben Geld aus, das Ihnen nicht gehört. 

Plane Einnahmen daher immer konservativ, rechne in der Buchhaltung sauber ab und plane großzügige Puffer für unerwartete Ausgaben und Nachzahlungen ein. Und am wichtigsten: Spare nicht an der falschen Stelle, sondern nimm im Zweifelsfall professionelle Hilfe in Anspruch. Ein guter Steuerberater ist Gold wert.

9. Zu vieles selbst erledigen

Der Unternehmer arbeitet am Unternehmen, nicht im Unternehmen. 

Viele Jungunternehmer begehen jedoch den Fehler, zu viele Dinge selbst zu erledigen. Das verursacht Stress und bremst den Fortschritt aufgrund der nicht ausreichend vorhandenen Kapazitäten und Fachkenntnisse. Lagere daher gezielt Tätigkeiten aus, die Du nicht zwingend selbst erledigen musst. 

Tipp
Eine ideale Lösung sind Freelancer, die Dich aufgabenbasiert unterstützen. Das gilt sowohl für typische Bereiche wie die Websiteerstellung aber auch für spezifische Aufgaben wie das Erstellen von Grafiken, Texten oder die Betreuung von Social-Media-Aktivitäten.

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10. Zu früh Verantwortung für Angestellte übernehmen

Erste Erfolge verleiten dazu, gleich mehrere Angestellte einzustellen und vertraglich fest zu finden. Kommt es im jungen Unternehmen zu Turbulenzen, bedeutet das nicht selten den finanziellen Genickbruch. Denn so hart es klingt: Mitarbeiter oder besser die vertraglich vereinbarten Kosten wirst Du in Deutschland so schnell nicht wieder los. Auch hier ist es in der Startphase besser, zunächst viele Aufgaben bedarfsgerecht an Freelancer auszulagern und erst langsam an Angestellte zu denken.

Fazit: Planung ist alles

Die besten Fehler sind bei der Unternehmensgründung die Fehler, die Du nicht machst. Aus diesem Grund solltest Du Dir vor dem Startschuss genügend Zeit lassen, um alle Deine Schritte zumindest in groben Zügen durchzuplanen und Dich beim Networking mit anderen Unternehmern auszutauschen. Neben einer soliden Grundausstattung in Sachen Unternehmerhandwerkszeug schadet auch eine gute Portion Vorsicht und Hilfe von Experten nicht.

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