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Unsere Freelancer im Interview: Annika Jenssen

Blonde Frau mit brauner Jacke und weißem Kragen in Türstock

Wir stellen heute wieder eine bei uns registrierte Freelancerin vor. Annika Jenssen arbeitet als freiberufliche Illustratorin und Animatorin. Nach ihrem Bachelorabschluss in Digitale Medien 2019 in Bremen hat sie sich dann quasi sofort selbstständig gemacht. Bei uns erzählt sie heute mehr von sich und ihrer Arbeit.

Woher kommst Du? Seit wann bist Du selbstständig? Was hast Du gelernt bzw. vor der Selbstständigkeit ausgeübt? In welchem Bereich hast Du Dich spezialisiert, bzw. was ist Dein Fachgebiet?

Mein Name ist Annika und ich arbeite als freiberufliche Illustratorin und Animatorin. Auf Social Media bin ich als “Anni J. Illustration” zu finden.

Wie mein Studium schon vermuten lässt, arbeite ich gerne an digitalen Dingen wie Animationen und Videos, was ich auch anbiete, jedoch ist meine wahre Leidenschaft
Illustration. Meine Arbeiten sind an Kinder und auch an erwachsene Kinder wie mich gerichtet. Sie sind niedlich und lebhaft, mit vielen hellen Farben. Ich spiele gerne mit Textur, weshalb ich nicht nur digital (mit Procreate auf dem iPad), sondern auch gern analog mit Gouache und Farbstiften arbeite.

Mittlerweile durfte ich schon an einigen Kinderbüchern und anderen spaßigen Projekten arbeiten. In der Zusammenarbeit mit Kunden steht bei mir immer offene und freundliche Kommunikation an erster Stelle.

Was hat für Dich den Ausschlag für das freiberufliche Leben gegeben und mit welchen Problemen hattest Du zu Beginn der Tätigkeit zu kämpfen?

Gegen Ende meines Studiums hatte ich sehr viel Angst vor der Zukunft, da ich immer noch nicht wusste, was ich beruflich machen wollte. Zu diesem Zeitpunkt bekam ich eine Nachricht einer Kommilitonin. Sie wurde gebeten, ein kleines Kinderbuch für den Freimarkt in Bremen zu gestalten. Sie hatte jedoch viel zu tun und fragte daher mich. Das Projekt war unbezahlt und die Deadline von einem Monat war sehr knapp. Trotz allem erschien es mir spaßig und ich sagte kurzfristig zu, ohne wirklich zu wissen, worauf ich mich einlasse. So begann ein arbeitsreicher Monat für mich. Quasi nur aufstehen, zeichnen, einschlafen. Aber das Komischste war – ich hatte so viel Spaß!

Jeden Abend freute ich mich drauf, den nächsten Tag wieder zeichnen zu dürfen. Nachdem ich das realisiert hatte, war für mich klar – das ist, was ich machen will! Ich glaube insgeheim wusste ich das schon immer. Ungefähr zeitgleich zu diesem Projekt habe ich den YouTube Channel der Illustratorin “Frannerd” entdeckt, indem sie von ihrem Leben als freiberufliche Illustratorin berichtete und Tipps und Tricks für angehende selbstständige Illustratoren verriet. Diese beiden Dinge, der Auftrag und der YouTube Channel, kamen einfach in genau dem richtigen Moment zu mir und machten mir ganz deutlich klar: “freiberufliche Illustratorin” ist der Job für mich.

Zeichnung von zwei Bären, ein älterer mit einem Hütchen spielt mit einem Jüngeren und höt eine Lock in der Hand
Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag für Dich als Freelancer aus?

Als Morgenmensch stehe ich um 6 oder halb 7 auf und starte mit den beiden wichtigsten Dingen für einen guten Tag: Yoga und Tee. Um spätestens 8 sitze ich mit meiner zweiten Tasse Tee am Schreibtisch. Bei meiner Arbeit fange ich gerne mit den kreativen Dingen an, also Dinge wie Konzepte für Illustrationen oder andere Projekte etc.; alles wofür ich nachdenken muss. Dann gehe ich über zu den administrativen Aufgaben, die mir etwas leichter fallen. Emails beantworten, Organisation und Planung, Posts für mein Social Media vorbereiten und so weiter.

Das Nachmittagstief hält bei mir bis Abends an, daher kommt dann nach einer Mittagspause (und vielleicht einem Spaziergang) die Arbeit, für die ich einfach meinen Kopf ausschalten und machen kann, also fertig konzipierte Arbeiten umsetzen. Idealerweise, wenn ich nicht die Zeit vergesse und viel zu lange arbeite, mache ich dann noch ein kleines Workout zum Abschluss und genieße dann noch ein paar Stunden Freizeit.

Was inspiriert Dich bei Deiner Arbeit und wie gehst Du mit einem kreativen Tief um?

Die Community der Illustratoren ist eine der wärmsten und freundlichsten, die ich je erlebt habe. Es gibt so viele Ressourcen auf YouTube und Instagram, die einem beim Berufseinstieg und verschiedensten Problemen helfen. Wenn ich mal Inspiration brauche, frage ich Freunde im Netz, oder schaue mir Posts und Videos meiner Lieblingsillustratoren/ -kreativen an. Zu sehen, wie sie mit ihren Arbeiten Erfolg finden, gibt mir immer wieder den Ansporn und die Inspiration, die ich brauche, um weiter zu machen. Wenn es ganz schlimm wird, gönne ich mir auch mal bezahlte Kreativkurse.

Zeichnung von Beinen in gelben Gummistiefeln stehen in blauer Pfütze, hebt mit rechter Hand Papierschiffchen auf
Inwieweit betreffen Dich Krisen wie z.B. COVID-19? Wie sicherst Du Deine Existenz in solchen Zeiten?

Da ich in meinen Beruf erst drei Monate vor der Pandemie eingestiegen bin, bin ich mir da gar nicht so sicher. Ich hatte Glück, dass ein Tweet von mir, in dem ich gesagt hatte, dass ich ab sofort nach Aufträgen suche, oft geretweetet wurde, woraufhin ich einige Aufträge bekommen habe. Auch einfach mal im gesamten Bekanntenkreis nachzufragen, hat mir ein paar Aufträge eingebracht. Ansonsten: Emails, Social Media und Freelancer Plattformen. Jedoch war es bis jetzt auf jeden Fall schwierig für mich. Ich bin mal drauf gespannt, wie es aussieht, wenn sich die Welt wieder erholt hat.

Welche Tipps würdest Du Deinen Freelancer Kollegen mit auf den Weg geben, um
erfolgreicher bei der Job-Gewinnung zu sein?

Heutzutage ist ein guter Auftritt auf sozialen Netzwerken essentiell. Dabei würde ich vor allem auf eine natürliche, verbindliche und persönliche Präsentation achten. Wenn eine Persönlichkeit und ein freundliches Gesicht mit einem Produkt verknüpft ist, wirkt es vertrauenswürdiger und zugänglicher.

In wieweit helfen Dir Portale wie www.freelancexpress.de bei der Jobsuche?

Sie verschaffen einen guten Durchblick und offene Kommunikation. Man kann sofort sehen, was gefragt und geboten wird, anders als bei Initiativbewerbungen über Email. Die Profile können auch eine bessere Übersicht darüber schaffen, was genau ich anbiete.

Welche Aspekte der freiberuflichen Tätigkeit sind für Dich besonders spannend?

Auch wenn ich gerne den ganzen Tag lang zeichne, liebe ich es auch sehr, zu planen und zu organisieren. Die Variation der Aufgaben und auch der verschiedenen Projekte lassen es nie langweilig werden. Und natürlich die Freiheit, meine Zeit so einzuteilen, wie ich es will. Ich denke, das ist für sehr viele Freelancer ein Einstiegsgrund.

gezeichnete bergige Landschaft mit Bäumen und Wanderer am Anfang eines Weges
Wie siehst Du Deine Freelancer-Tätigkeit mit Blick auf die Zukunft?

Ich weiß nicht, wie erfolgreich meine Karriere sein wird. Bis jetzt war es auf jeden Fall nicht immer leicht für mich. Was ich weiß, ist, dass ich nicht aufhören werde, es zu versuchen. Das ist für mich keine Option, weil sich das was ich mache, einfach richtig für mich anfühlt, auch wenn es nicht immer leicht ist.

Wie gehst Du damit um, wenn es zwischen Dir und Deinem Auftraggeber zwischenmenschlich nicht mehr harmoniert, Du aber nach wie vor gerne den Auftrag ausführen möchtest?

Ich lege sehr viel Wert darauf, immer freundlich und offen zu kommunizieren. Wenn es mal Probleme gibt, spreche ich sie so früh wie möglich an. Bis jetzt war meine Erfahrung immer, dass Auftraggeber sehr viel Verständnis zeigen, solange man offen und ehrlich ist.

Vielen Dank für das Interview!

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