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Unsere Freelancer im Interview: Carola Burg

Carola Burg

Carola, Grafikdesignerin aus München-Schwabing, mit Schwerpunkten Editorial-, Coporate- und Verpackungsdesign und über 20 Jahren Erfahrung in den Bereichen Beauty, Fashion, Pharma und mehr. Seit 2008 selbstständig, kennt sie die kreativen Arbeitsprozesse und deren Umsetzung perfekt und betreut auch gerne Aufträge als Projektmanagerin, was ihr nach wie vor viel Freude bereitet und sie immerzu antreibt, neue Herausforderungen anzunehmen und sich diesen mit viel Herzblut zu widmen. Langweilig wird es ihr zum Glück niemals und so freut sie sich immer wieder über spannende und kreative Projekte, die sie hauptsächlich für kleine bis mittelständische Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz liebevoll umsetzt. Bei uns erfährst Du mehr über Carola:

Woher kommst Du? Seit wann bist Du selbstständig? Was hast Du gelernt bzw. vor der Selbstständigkeit ausgeübt? In welchem Bereich hast Du Dich spezialisiert, bzw. was ist Dein Fachgebiet?

Ich bin Grafikdesignerin aus München und meine Schwerpunkte liegen im Editorial- und Corporatedesign. Seit 2008 bin ich wieder als Freelancer tätig, nachdem ich einige Jahre in einem Münchner Verlagsunternehmen als Projektleitung und Artdirektorin ein umfangreiches Projekt geleitet hatte. Aus dieser Zeit nehme ich zahlreiche Erfahrungen in der Printproduktion, ein effektives Zeitmanagement, Führungsqualitäten sowie absolute Teamfähigkeit mit. Diese Skills sind meiner Meinung nach als Freelancer ebenso ausschlaggebend wie als angestellter Designer. Wenn Projekte für eine Person zu umfangreich sind, hole ich mir gerne Unterstützung aus dem Netzwerk wie Texter, Programmierer oder weitere Grafikdesigner ins Boot.

Grafik Website Carola Referenz
Was hat für Dich den Ausschlag für das freiberufliche Leben gegeben und mit welchen Problemen hattest Du zu Beginn der Tätigkeit zu kämpfen?

Ich wollte neue Wege gehen, unterschiedliche Projekte annehmen und auch mein Out-of-the-box-Denken wieder mal auf die Probe stellen. Ich bin ein sehr neugieriger Mensch. Wenn ich viele Jahre fast ausschließlich an einem bestimmten Auftrag mit immer den selben Menschen arbeite, wird es zur Routine. Dann sehne ich mich nach Abwechslung und frischen Herausforderungen. Als Freelancer weiß ich oft nicht, welche Überraschung der nächste Tag bringt. Ich liebe das!

Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag für Dich als Freelancer aus?

Meistens genau so, wie der Tag eines festen Grafikers auch. Coffee first 🙂 Anschließend schreibe ich mir eine To-do-Liste (ich bin immer noch großer Fan von analogen Notizbüchern und Kalendern) um Struktur in meinen Arbeitstag zu bringen. Das ist ein entspannendes und wichtiges Ritual für mich. Der Rest des Tages gehört den aktuellen Projekten. Dazu gehören leider auch unliebsame Dinge, wie Steuer, allgemeiner Bürokram oder Angebote schreiben. Muss man halt durch.

Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, meinen Tag strukturierter anzugehen als ich es anfangs getan habe. Es gab Zeiten, in denen ich mittags erschrocken festgestellt habe, dass ich noch in Jogginghose (Karl Lagerfeld hatte nicht unrecht…) an meinem Rechner saß. Das habe ich mir schnellsten wieder abgewöhnt.

Immer funktioniert diese Struktur natürlich nicht. Wenn die Deadline eines großen Projektes drohend näher rückt dann sitze ich auch bis spät in die Nacht am Schreibtisch. Das aber sind Phasen, nicht die Regel. Dafür gönne ich mir auch mal eine Auszeit wenn die Sonne scheint und die Auftragslage es zulässt.

Grafikdesign Magazin Kundenreferenz
Was inspiriert Dich bei Deiner Arbeit und wie gehst Du mit einem kreativen Tief um?

Kein Mensch, zumindest keiner, den ich kenne, kann 24/7 kreativ sein. Mir hilft bei kreativen Tiefs immer, mich mit komplett anderen Dingen zu beschäftigen. Das kann spazieren gehen genauso sein, wie die Küche aufzuräumen. Unterbewusst läuft dann das Programm „Kreativ“ immer mit. Allerdings sollte immer ein Notizbuch oder ein Smartphone in der Nähe sein, um Ideen schnellstens festzuhalten. Bei mir funktioniert das bestens.

Viele Inspirationen kommen von ganz alltäglichen Situationen. Ob ein Film, ein Telefonat mit Freunden (btw, das ist übrigens das einzige, was mir im Homeoffice oft fehlt. Der Austausch mit Kollegen). Natürlich google ich auch. Wer nicht?

Ich möchte meinen Kunden den bestmöglichen Service bieten, persönlich und mit Herz. 08|15 oder von der Stange gibt es bei mir nicht

Inwieweit betreffen Dich Krisen wie z.B. COVID-19? Wie sicherst Du Deine Existenz in solchen Zeiten?

Wirtschaftlich gesehen, gibt es wohl wenige Menschen, die diese Pandemie nicht betrifft. Ganz besonders die Kreativbranche bzw. die sogenannten „Soloselbstständigen“, zu denen ich ja auch gehöre. Manche Unternehmen waren im Frühjahr etwas vorsichtig mit ihren Budgets. Aber inzwischen spüre ich einen stetigen Aufwärtstrend und eine Entspannung der Lage. Als Freiberufler wird man immer wieder Zeiten erleben, in denen die Auftragslage schwankt. It comes with the package… Ich lasse mich nach all den Jahren in der Selbstständigkeit nicht mehr so schnell verunsichern. Ich glaube, da sollte man sich ein einigermaßen dickes Fell zulegen, ansonsten ist diese Art zu arbeiten vielleicht nicht optimal? Und ganz wichtig ist natürlich, sich ein finanzielles Polster anschaffen. Damit schläft und arbeitet man sehr viel ruhiger.

Wie vermarktest Du Dich selbst und Dein Freelancer Business?

Ich habe das große Glück, von vielen meiner Kunden weiterempfohlen zu werden. Auch dafür zahlt es sich aus, auf langjährige und gute Kundenbeziehungen Wert zu legen. Viele meiner Kunden betreue ich seit über 10 Jahren. Kaltakquise ist so gar nicht meins. Leider! Aber man muss ja auch immer noch Raum für persönliche Weiterentwicklung lassen, nicht wahr?

In wieweit helfen Dir Portale wie www.freelancexpress.de bei der Jobsuche?

Ich bin bei einigen Projektbörsen angemeldet und freue mich immer über neue Challenges und Chancen. Es haben sich auch schon Projekte und dauerhafte Kundenbeziehungen daraus ergeben. Aber wie gesagt, halte ich Empfehlungen für mein bestes Marketinginstrument in eigener Sache.

Welche Aspekte der freiberuflichen Tätigkeit sind für Dich besonders spannend?

Neues! Neue Menschen, neue Herausforderungen, neue Inspirationen.

Printdesign Kundenreferenz Carola
Opened square magazine pages mock-up
Wie gehst Du damit um, wenn es zwischen Dir und Deinem Auftraggeber zwischenmenschlich nicht mehr harmoniert, Du aber nach wie vor gerne den Auftrag ausführen möchtest?

Ich habe gelernt, immer stärker auf mein Bauchgefühl zu hören. Meist grummelt das schon beim ersten Gespräch. Anfangs habe ich das oft ignoriert. Aber inzwischen weiß ich, dass ich darauf hören sollte. Von diesen Aufträgen hat man unterm Strich mehr Ärger als Benefits. Wenn es holprig anläuft, die menschliche Basis einfach nicht stimmt, dann lasse ich lieber die Finger davon. Egal wie lukrativ der Auftrag zu sein schein. Kann ich nur empfehlen!

Vielen Dank für das Interview!

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