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Unsere Freelancer im Interview: Eva Reidemeister

Eva Reidemeister

Seit 2015 ist Eva Reidemeister vom Wort-Katalog als freie Texterin tätig. Sie ist die richtige Anlaufstelle für Dich, wenn Du Deine Website mit treffsicheren Texten im Suchmaschinen-Ranking nach vorne stupsen möchtest. Erfahre bei uns mehr über Eva.

Woher kommst Du? Seit wann bist Du selbstständig? Was hast Du gelernt bzw. vor der Selbstständigkeit ausgeübt? In welchem Bereich hast Du Dich spezialisiert, bzw. was ist Dein Fachgebiet?

Als ich 2007 von Magdeburg nach Wien gezogen bin, träumte ich davon, Dramaturgin zu werden. Ein Studium in Theater-, Film- und Medienwissenschaft sollte mich diesem Traum ein bisschen näher bringen. Tatsächlich habe ich bei einigen Inszenierungen, vor allem im Kinder- und Jugendtheater, hinter den Kulissen mitgewirkt und unter anderem Programmhefte mitgestaltet. Trotzdem bin ich in keinem Theaterhaus hängengeblieben. Die Begeisterung für Theaterstücke und andere Formen der Literatur ist aber geblieben.

Tatsächlich benötige ich als freie Texterin tagein, tagaus ganz ähnliche Fähigkeiten wie eine Dramaturgin am Theater: ein Gespür für gute Texte, Einfühlungsvermögen und Organisationstalent. Am Theater hat eine Dramaturgin stets eine Vermittlerrolle inne. Die Dramaturgie steht zwischen Regie und Publikum. Heute müssen meine Texte das Gleiche schaffen: vermitteln. Eine Botschaft. Ein Angebot. Eine Vision. Dabei schreibe ich seit 2015 vor allem für Selbstständige und KMU in den Bereichen Gesundheit und Ernährung, Kunst, Design und Kultur, Lifestyle und Gesellschaft.

Was hat für Dich den Ausschlag für das freiberufliche Leben gegeben und mit welchen Problemen hattest Du zu Beginn der Tätigkeit zu kämpfen?

Als ich mich auch nach dem Abschluss meines Studiums von einer Hospitanz und Assistenz zur nächsten gehangelt habe, ist mir irgendwann bewusst geworden: „Von Praktika und diesen kleinen Jobs kannst du nicht leben, aber schreiben – das kannst du.“ Schon während der Arbeit an meiner Diplomarbeit habe ich einen Food-Blog gestartet und schließlich habe ich mich selbstständig gemacht – mit den üblichen Anfängerfehlern. Ich habe zu Cent-Preisen und für billige Content-Portale geschrieben. Das mit der Preisgestaltung, Akquise und dem Empfehlungsmarketing musste ich erst lernen.

Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag für Dich als Freelancer aus?

Ich genieße es, ohne Wecker aufzuwachen. Dann nehme ich mir bewusst Zeit für ein paar Kraftübungen und eine Yoga-Einheit. Erst nach dem Frühstück (Kaffee!) geht es richtig los. Ich checke Mails, notiere Termine und beginne damit, meine To-do-Liste abzuarbeiten. Zwischen 18 und 19 Uhr fahre ich den Computer runter.

Was zeichnet Dich und Deine Arbeit besonders aus?

Ich bezeichne mich selbst gerne als kreative Pedantin und das spiegeln hoffentlich auch meine Texte wider: Sie stecken voll Herz und Hirn, sind aber ohne Fehler. Jedes Projekt ist eine neue Herausforderung, denn jeder Text muss maßgeschneidert werden. Nur die Worte, die sind, sofern ich keine Wortneuschöpfungen bilde, vorgegeben.

Welche Tipps würdest Du Deinen Freelancer Kollegen mit auf den Weg geben, um erfolgreicher bei der Job-Gewinnung zu sein?

Unbedingt Feedback einholen: Sobald man ein paar Projekte abgeschlossen hat, sollte man mal nachfragen, wie sich die Zusammenarbeit für das Gegenüber anfühlt und was man vielleicht noch verbessern kann. Ich verknüpfe das gerne mit einem Link zu den verschiedenen Bewertungsportalen, wo ich eingetragen bin. Empfehlungsmarketing ersetzt dann im besten Fall die Kaltakquise.

Inwieweit betreffen Dich Krisen wie z.B. COVID-19? Wie sicherst Du Deine Existenz in solchen Zeiten?

Mich hat die aktuelle COVID-19-Krise nicht negativ betroffen. Im Homeoffice war ich schon vorher. Viele kleine Geschäfte haben zu dieser Zeit außerdem angefangen, ihr Business zu digitalisieren, indem sie zum Beispiel einen Onlineshop eingerichtet oder endlich ihren Unternehmensblog in Angriff genommen haben. Dadurch hatte und habe ich viel zu tun.

Wie vermarktest Du Dich selbst und Dein Freelancer Business?

Oft empfehlen mich zufriedene Kundinnen und Kunden weiter. Ansonsten habe ich auch über Social Media Jobs an Land gezogen. Außerdem erhalte ich hin und wieder Anfragen über Portale wie freelancexpress oder LinkedIn und natürlich über das Kontaktformular auf meiner Webseite.

Inwieweit helfen Dir Portale wie www.freelancexpress.de bei der Jobsuche?

In erster Linie erhöhen solche Portale meine Sichtbarkeit im Netz. Ich denke, es ist immer gut über verschiedene Kanäle auffindbar zu sein. Außerdem erleichtern Jobportale oft die professionelle Abwicklung eines Projekts, da Fristen und Preisvorstellungen von Vornherein klar sind.

Welche Aspekte der freiberuflichen Tätigkeit sind für Dich besonders spannend?

Am meisten weiß ich die absolut freie Zeiteinteilung zu schätzen. Wenn mir mal nach zwei Stunden Mittagspause oder sogar mehr zumute ist, geht das, solange ich vereinbarte Fristen einhalte. Mir schaut niemand direkt über die Schulter und jedes Projekt ist ein Neuanfang. Einzig die Teamarbeit bleibt auf der Strecke. Manchmal würde ich mich über mehr Ideen-Pingpong freuen.

Was inspiriert Dich bei Deiner Arbeit und wie gehst Du mit einem kreativen Tief um?

Inspiration finde ich an jeder Ecke: beim Einkaufen, beim Durchblättern von Zeitschriften und Büchern, beim Tagträumen oder Stricken. Begeistertes Feedback motiviert mich. Gerade wenn die Worte mal nicht so fließen, kann ich darauf zurückgreifen. Ansonsten hilft eigentlich immer: Weg vom Schreibtisch, aufstehen und bewegen. Ich arbeite auch gerne mit meinem Whiteboard an der Wand.

Wie siehst Du Deine Freelancer-Tätigkeit mit Blick auf die Zukunft?

Nach knapp sechs Jahren ziehe ich eine positive Bilanz und werde auch in Zukunft selbstständig bleiben. Vielleicht entwerfe ich auch irgendwann noch digitale Produkte wie E-Books und kleine Freebies oder ich gebe Schreibkurse online. Mal sehen.

Wie gehst Du damit um, wenn es zwischen Dir und Deinem Auftraggeber zwischenmenschlich nicht mehr harmoniert, Du aber nach wie vor gerne den Auftrag ausführen möchtest?

Das ist mir am Anfang ab und an passiert, meist weil die Kommunikation nicht gestimmt hat oder die Ziele der gemeinsamen Zusammenarbeit nicht klar waren. Inzwischen habe ich einen genauen Fahrplan für Auftraggeber*innen und mich. Als Anfängerin nimmt man manchmal auch Aufträge an, obwohl andere dieses Thema besser bedienen könnten. Ich lehne daher inzwischen auch Zusammenarbeiten ab, wenn ich merke, das Projekt passt nicht zu meinem Angebot oder meinen Werten. Am Ende sind sonst nur beide Seiten unzufrieden.

Gibt es noch eine interessante Geschichte oder eine Anekdote aus Deiner freiberuflichen Tätigkeit, die Du gerne mit uns teilen würdest?

Ein Kunde aus Berlin, der quasi von Anfang an Texte bei mir bestellt hat, ist heute noch mit an Bord. Wir haben jahrelang remote gearbeitet, bis wir uns endlich persönlich kennengelernt haben. Als ich mal in der deutschen Hauptstadt war, habe ich auch einen Abstecher in sein Süßwarengeschäft machen wollen, das an dem Tag eigentlich geschlossen hatte. Der Inhaber hat dann extra für mich aufgemacht. Nach einer kurzen Tour durch den Laden habe ich mich noch ordentlich mit Süßkram eingedeckt, während sich draußen, wie in einem Film, Kinder die Nase an der Schaufensterscheibe plattgedrückt haben. Da habe ich mich ein bisschen wie Pippi Langstrumpf gefühlt – für alle, die die Filmszene kennen, in der Annika, Tommy und sie ein Süßwarengeschäft leerkaufen.

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