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Unsere Freelancer im Interview: Julia Schöppner-Fleige

Wenn sie aus dem Fenster ihres Arbeitszimmers blickt, sieht Julia Weinberge. Weinberge, die ein kleines Städtchen umgeben, das wiederum nicht weit entfernt liegt von Stuttgart. Es gibt definitiv schlechtere Orte, um kreative (SEO-)Texte zu schreiben, Pressearbeit zu machen, (Telefon-)Interviews mit Schauspielern, Musikern, Sportlern, Ehrenamtlichen …, zu führen und Projekte wie den Launch einer neuen Webseite zu leiten. Nach ihrem Volontariat in einer Nachrichtenagentur arbeitete Julia sechs Jahre lang als (leitende) PR-Redakteurin für die ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“. Danach folgten einige Jahre als Projektleiterin bei einem Mediendienstleister. Seit Mai 2019 ist sie als Freelancerin aktiv und freut sich besonders über die Abwechslung, die ihr so unterschiedliche Auftraggeber wie Zeitungsverlage, Agenturen & Mediendienstleiter, Sportvereine und Vertragsmanagement-Dienste bieten.

Was hat für Dich den Ausschlag für das freiberufliche Leben gegeben und mit welchen Problemen hattest Du zu Beginn der Tätigkeit zu kämpfen?

Wir lebten jahrelang in München, wo ich in einer Agentur (Mediendienstleister) als Projektleiterin und Redakteurin fest angestellt war. Ich betreute zahlreiche Kunden – besonders aus dem Medienbereich und schrieb auch gerne selbst Texte. Mein Mann hingegen arbeitete in Stuttgart – eine Wochenend-Ehe. Die ewige Pendelei, zumal mit zwei Kita-Kindern, war uns schließlich zu viel. Wir zogen ins Ländle und der Startschuss für meine Selbständigkeit fiel.

Neues Heim, neue Umgebung, Eingewöhnung der Kids in die neue Kita und auch noch der Start als Freelancerin – das war insgesamt nicht ganz ohne, aber dank passender Aufträge von Beginn an eine richtig gute Entscheidung.

Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag für Dich als Freelancer aus?

Nach einem Müslifrühstück, zwei Tassen Kaffee und den Blick in die Tageszeitung (ja, tatsächlich als Print-Ausgabe) arbeite ich mich durch die eingegangenen Mails und versuche Aufträge zu priorisieren und abzuarbeiten. Das gelingt nicht immer (manchmal schiebe ich Unliebsames noch einer wenig weiter), aber mit etwas Konsequenz immer öfter. Wichtig ist mir, nicht ständig zwischen zwei Aufträgen hin- und herzuspringen. Das macht mich sonst nervös. Je nach Auftragslage sondiere ich zwischendurch immer wieder neue Texter-Jobs.

Wenn ein Kind mal krank sein sollte, oder ein fieses Virus Schulen und Kitas zur Schließung zwingt, dann wirbelt das natürlich den gewohnten Ablauf durcheinander. Umso besser, als Freelancer so schön flexibel zu sein. Dann wird eben abends noch nachgearbeitet, wenn die Kids schlafen. Das brauche ich nicht jeden Tag, aber es macht mir auch nichts aus.

Inwieweit betreffen Dich Krisen wie z.B. COVID-19? Wie sicherst Du Deine Existenz in solchen Zeiten?

Zum Glück hat mich Corona nicht beeinträchtigt.

Im Gegenteil: Ich hatte im zweiten Jahr meiner Selbstständigkeit sehr viel zu tun. Das war allerdings eher Zufall und hatte nichts mit dem Ausbruch der Pandemie zu tun. Auch sonst würde ich Stand heute behaupten, relativ krisensicher unterwegs zu sein.

Welche Tipps würdest Du Deinen Freelancer Kollegen mit auf den Weg geben, um erfolgreicher bei der Job-Gewinnung zu sein?

Wichtig ist, das eigene Netzwerk up-to-date zu halten, stets zu erweitern und es sich bei der Akquise neuer Aufträge / Kunden zunutze zu machen. So kann es durchaus zu überraschenden Anrufen mit noch überraschenderen Anfragen kommen … Was auch von Vorteil sein kann: sich weiterzubilden, zum Beispiel in Bereichen, die man zusätzlich als Freelancer noch abdecken möchte.

Wie vermarktest Du Dich selbst und Dein Freelancer Business?

Derzeit bin ich in Social-Kanälen wie LinkedIn und Xing aktiv. Nutze aber auch Freelancer-Portale wie freelanceXpress, über die ich bereits an Aufträge gekommen bin. Inspirierenden Input in Sachen Jobs, aber auch über die Arbeit als Freelancer im Allgemeinen bieten zahlreiche Facebook-Gruppen, denen ich zusätzlich beigetreten bin. Die Zeit, eine eigene Webseite zu gestalten, habe ich noch nicht gefunden. Sie steht aber auf meiner Agenda.

Welche Aspekte der freiberuflichen Tätigkeit sind für Dich besonders spannend?

Gerade als Mutter zweier Kinder, die – gemeinsam mit ihrem Mann – täglich den Spagat zwischen Job, Freizeit, Haushalt und Kindererziehung schaffen muss, ist die Arbeit als Freiberuflerin bestens geeignet. Solch hohe Flexibilität habe ich in noch keiner Festanstellung genießen können. Was mich außerdem ungemein freut: die Abwechslung gepaart mit Herausforderungen – sei es in Form eines neuen Auftraggebers, eines neuen Projektes oder veränderten Arbeitsweisen.

Wie siehst Du Deine Freelancer-Tätigkeit mit Blick auf die Zukunft?

Natürlich ist es wichtig, immer am Ball zu bleiben und sich nach beendeten Projekten stets um Auftrags-Nachschub zu kümmern. Das kann zäh sein, aber auch unheimlich erbaulich, wenn man ein lukratives Angebot ergattern konnte. So lange meine Kinder noch nicht selbständig genug sind, ist für mich die Freiberuflichkeit gesetzt, weil sie mir so viele Freiräume lässt. Ob ich allerdings nicht in zehn Jahren wieder eine Festanstellung anstrebe, kann ich nicht ausschließen. Dank meiner Flexibilität ist vieles denkbar!  

Vielen Dank für das Interview!

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