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Unsere Freelancer im Interview: Manuela Plate

Wer für sein Unternehmen Unterstützung im Bereich “Branding”, insbesondere beim Corporate Design, Printdesign oder Packaging benötigt, findet in Manuela Plate eine kompetente Ansprechpartnerin. Wir haben uns mit der Freelancerin unterhalten.

Woher kommst Du? Seit wann bist Du selbstständig? Was hast Du gelernt bzw. vor der Selbstständigkeit ausgeübt? In welchem Bereich hast Du Dich spezialisiert, bzw. was ist Dein Fachgebiet?

Mein Name ist Manuela Plate und ich wohne in der Umgebung von München. Begonnen hat meine grafische Reise einst 1998 mit Photoshop und Dreamweaver (Adobe). Relativ schnell kam Indesign (Adobe) 2003 dazu, gefolgt von Illustrator (Adobe) 2006.

Den Schritt in die Selbständigkeit wagte ich 2009, wo ich mit meiner Agentur für Werbung und Marketing zu 60% mit Grafikdesign und 40% mit marketingrelevanten Themen befasst war. Da die Nachfrage an Layouts immer grösser wurde, absolvierte ich erfolgreich ein Studium zur Grafikdesignerin für visuelle Kommunikation (Kommunikationsdesign).

Meine Leidenschaft gilt dem Segment „Branding“, welches Themenfelder wie Corporate Design, Print-/ Editorial Design, Packaging, Merchandising/ Werbeartikel, Messestand und Webdesign umfasst.

Mit Engagement und einer klaren Ausrichtung begegne ich jedem Auftrag/ Projekt gern mit Kreativität, Fachlichkeit und Innovation. Schlussendlich – um ein Werk (Layout) zu schaffen, was die Chance hat, im Gedächtnis zu bleiben. Im Idealfall einen Anstoß zu wieder neuen und anderen Werken bietet und in Resonanz mit der Umwelt geht.

Ich mag meinen Beruf mit allen Höhen und Tiefen und kann mir nicht vorstellen, jemals etwas anders zu leisten.

Was hat für Dich den Ausschlag für das freiberufliche Leben gegeben und mit welchen Problemen hattest Du zu Beginn der Tätigkeit zu kämpfen?

Die Möglichkeit und Chance mein Potenzial ganz auszuschöpfen, mit Aufgaben/ Projekten in ganz anderen Dimensionen zu wachsen und darüber hinaus auch Ideen und Layouts mit Kollegen zu teilen bzw. sich darüber auszutauschen. Ganz nach dem Motto „Der einzige Weg, großartige Arbeit zu leisten, ist zu lieben, was man tut.“ (Steve Jobs)

Problematisch fand ich zu anfangs, den Designer (rechte Gehirnhälfte) mit der Businessfrau (linke Gehirnhälfte) adäquat, situativ und verlässlich zusammenzubringen. Ein Finanzbeamter kann vermutlich mit einer Umsatzsteuer-Voranmeldung verpackt in einem gelungenen Layout wenig anfangen ;-). Oder auch Kundengespräche, die oftmals ganz andere Qualitäten von einem Designer abverlangen als man sie beim reinen Layouten/ Gestalten von Projekten braucht.

Was inspiriert Dich bei Deiner Arbeit und wie gehst Du mit einem kreativen Tief um?

Ob sogenannte Fließband-Layouts oder hoch kreative Neukonzeptionen – es gibt bei mir so gut wie kein Layout, was ich ohne Musik erstelle. Musik ist für mich das Bindeglied zwischen der Idee (Wunsch/ Vision) und dem fertigem Layout (Reinzeichnung/ Konzeption).

Um nicht geradewegs in einer Sackgasse zu landen, sollte man sich selbst immer im Auge behalten und für kreative Pausen sorgen. Befindet man sich dennoch in einem kreativem Tief, so lege ich meine Arbeit für ein paar Minuten (situativ auch Stunden oder Tage) nieder und befasse mich mit etwas komplett Anderem.

Druck, zu hohe Ziele, Erwartungen und auch Emotionen vernebeln den Geist und sind absolute Killer für das kreative und effiziente Schaffen.

Inwieweit betreffen Dich Krisen wie z.B. COVID-19? Wie sicherst Du Deine Existenz in solchen Zeiten?

Ich durfte feststellen, dass der Markt flexibler reagiert und die Bereitschaft, einen Auftrag an einen Freelancer zugeben, gestiegen ist. Daher darf ich sagen, dass diese Krise sich positiv auf meine Auftragslage auswirkt.

An die Hand geben möchte ich gern Kollegen und Lesern: „Seid präsent in den Medien und vernetzt Euch. Nutzt Synergien und seht Euren Kollegen nicht immer als Konkurrenten. Sucht neue Wege für Euren Erfolg und erlaubt Euch, Lösungsansätze in Erwägung zu ziehen, die einem (oberflächlich gesehen) für Unmöglich erscheinen.”

In wieweit helfen Dir Portale wie www.freelancexpress.de bei der Jobsuche?

Sie bieten mir die Möglichkeit, den Markt zu beobachten, darauf entsprechend einzugehen und am Markt präsent zu sein. Denn die Gefahr, in einer kreativen Wolke zu vereinsamen, ist meines Erachtens für einen Designer relativ hoch.

Welche Aspekte der freiberuflichen Tätigkeit sind für Dich besonders spannend?

Die Vielseitigkeit des Berufes, die so gut wie nie vorhandene Monotonie, die stetige Bewegung/ Veränderung in meiner Branche – und vor allem aber, die fast unbegrenzten Möglichkeiten, ein Layout zu erstellen.

Betrachtet man das Wort „spannend“ von einem anderen Blickwinkel, so bin ich immer noch sehr erstaunt, wie reduziert Designer von der Umwelt definiert werden und zu welchem finanziellem Ausgleich man sich gestattet, einen Designer für ein Projekt zu beauftragen.

Wie siehst Du Deine Freelancer-Tätigkeit mit Blick auf die Zukunft?

Im Hinblick auf die immer mehrwerdende Digitalisierung, wird der Beruf des Designers ebenfalls zunehmend mit der Aufbereitung und Bereitstellung von Botschaften in digitaler Form befasst sein. Das Medium Print wird sicher nicht ganz verschwinden – aber es wird zukünftig einen deutlich kleineren Anteil einnehmen als es das vor Jahren noch war. Weitergedacht impliziert dies auch, dass sich Studiengänge für dieses Fachgebiet langfristig einem Wandel unterziehen werden. Designern der alten Garde empfehle ich, sich mit neuen Technologien zu befassen, um mit der Digitalisierung Schritt zu halten.

Wie gehst Du damit um, wenn es zwischen Dir und Deinem Auftraggeber zwischenmenschlich nicht mehr harmoniert, Du aber nach wie vor gerne den Auftrag ausführen möchtest?

Es ist sehr wichtig, dass jeder Designer genau einschätzen kann, zu was er fähig ist und diese Leistung auch mit beiden Beinen vertritt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, zu erkennen, wann der Weg mit einem Kunde beendet ist bzw. sein muss (auch in zeitlicher Hinsicht und in Anbetracht dessen, dass einem der Auftrag sehr zusagt).

Abhilfe schafft hier das Bauchgefühl und die Definition, in welchem Rahmen zusammengearbeitet werden kann und zu welchen Konditionen dies eben nicht mehr möglich ist. Man tut gut daran, dies von Anbeginn (… und auch während einer Zusammenarbeit) klar, taktvoll und standhaft zu kommunizieren.

Gibt es noch eine interessante Geschichte oder eine Anekdote aus Deiner freiberuflichen Tätigkeit, die Du gerne mit uns teilen würdest?

Spontan fällt mir hier ein Beispiel aus den Anfängen meiner Selbstständigkeit ein. Wie ich Eingangs bereits berichtet habe, waren meine ersten Gehversuche als Grafikdesignerin 1998 mit Photoshop und Dreamweaver.

Zur Erläuterung für Leser, die nicht so bewandert mit Adobe-Produkten sind. Photoshop hat seine Stärken im Bearbeiten, Modifizieren und Erstellen von Bildern/ Grafiken. Dreamweaver ist ein reines Programmiertool, mit dem man Webseiten kreiert (also kein Baukastensystem, wo man sich eine Webseite zusammenklickt).

Damals hatte ich so gar keine Kenntnisse im Grafikdesign – geschweige denn in der Programmierung / Webdesign. Um eines Tages aber meine Vision und Wunsch nach einer eigenen Website in die Realität zu holen, setzte ich mir das Ziel „Ich lerne HTML, CSS, Bildbearbeitung, etc.!“ Da ich immer schon Dinge ganz oder gar nicht angegangen bin, studierte ich sprichwörtlich Fachliteratur, nahm an Lehrgängen teil und tauschte mich in den Medien mit Profis dazu aus. Dreamweaver (mit Photoshop in Kombination) waren hier hervorragende Lehrer, weil sie mir Fehler sofort aufgezeigten und ich mich somit rasch entwickelte. Also kein Youtube, Tutorials, Fernlehrgang oder ähnliches, da es diese Möglichkeiten damals nicht wirklich gegeben hat.

Resümee: Es kostet viel Kraft, Energie und vieles mehr! Aber – der Preis, den man am Ende ernten darf, ist UNGLAUBLICH. Daher empfehle ich sehr gern:

Seid bereit und mutig. Mit Disziplin, Ehrgeiz, Realismus und Leidenschaft erreicht man Ziele, die man vorher nie für möglich gehalten hätte.

In diesem Sinne…

Create a world as you imagine it!

Vielen Dank für das Interview!

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