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Unsere Freelancer im Interview: Sina-Christin Wilk

Was steckt hinter den Dingen, was treibt einen Menschen an, was ist seine Motivation? Genau diese Aspekte sind es, die auch Sina antreiben und schließlich dazu bewegt haben, sich als freie Journalistin & Texterin selbstständig zu machen.

Woher kommst Du? Seit wann bist Du selbstständig? Was hast Du gelernt bzw. vor der Selbstständigkeit ausgeübt? In welchem Bereich hast Du Dich spezialisiert, bzw. was ist Dein Fachgebiet?

Seit 2014 werfe ich einen Blick hinter die Kulissen, recherchiere, schreibe und helfe Menschen dabei, ihre Botschaft zu transportieren. Meine zentrale Frage dabei lautet:

What’s your story?

Mein Ziel ist es, genau die Details rauszukitzeln und in Worte zu fassen, die für mein Gegenüber essenziell sind, die er oder sie aber nicht selbst formulieren kann.

Nach meinem geisteswissenschaftlichen Studium an der Universität Bielefeld (ja, diese Stadt gibt es trotz aller Gerüchte wirklich und ist einen Besuch wert!) – Literaturwissenschaften, Theologie und Erziehungswissenschaften – hat es mich zunächst in die Bereiche Kultur- und Lokaljournalismus gezogen. Doch schon nach kürzester Zeit sind die Bereiche Content Marketing (Schwerpunkt Text und Social Media) und PR hinzu gekommen. Daher stelle ich mein Knowhow und Fingerspitzengefühl für gute Stories und Texte in den Dienst von Herausgebern, Marketing-Agenturen, Unternehmen und Selbstständigen.

Als gebürtige Ostwestfälin und derzeitige Wahl-Osnabrückerin bin ich bodenständig und open-minded, was sich auch in meiner Arbeit widerspiegelt. Ich stehe neuen Themen offen gegenüber. Dennoch bin idealistisch, was meine Top Topics betrifft: Themen rund um Kultur und Gesellschaft, Nachhaltigkeit und Digitalisierung gehören nicht nur zu meinen Steckenpferden, hier bringe ich auch besonders viel Herzblut ein.

Was hat für Dich den Ausschlag für das freiberufliche Leben gegeben und mit welchen Problemen hattest Du zu Beginn der Tätigkeit zu kämpfen?

Nach meinem Masterabschluss in Literaturwissenschaften war ich zunächst ein wenig orientierungslos. Als leidenschaftliche Liebhaberin kultureller Themen wollte ich gerne am Literaturmarkt oder im Theaterkontext meine ersten beruflichen Schritte machen. Also bewarb ich mich bei diversen Verlagen für ein Volontariat. Leider vergebens, da der Markt extrem umkämpft war: Schlichtweg zu viele Absolventen auf zu wenig Stellen.

Also musste eine Alternative her. Zunächst jobbte ich und versuchte, meine beruflichen Prioritäten für mich ein wenig klarer zu bekommen. Ein Werkvertrag folgte, kurze Zeit später bekam ich eher durch Zufall die Chance, mich als Selbstständige im Verlagskontext zu engagieren. Dankend nahm ich den Auftrag an.

Innerhalb weniger Monate der Selbstständigkeit fand ich nun meinen eigenen Weg, der mich in Richtung Journalismus und schließlich auch in die Bereiche Content Marketing und PR führte. Seither bin ich engagiert dabei und entwickle mich und meinen Beruf ständig weiter.

Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag für Dich als Freelancer aus?

Im Grunde genommen unterscheidet sich mein Arbeitsalltag gar nicht allzu sehr von dem eines Angestellten. So zumindest meine Vermutung. Morgens checke und beantworte ich erstmal meine Mails. Dann prüfe ich, ob meine ursprüngliche Planung für den Tag noch passt, oder ob ich gegebenenfalls neu priorisieren muss. Dass Termine oder Tasks dazwischen kommen, die vorgezogen werden müssen, ist eigentlich normal. Vor-Ort-Termine, Interview, Telefon- oder Videokonferenzen mit Ansprechpartnern und/oder Auftraggebern müssen vor- und nachbereitet werden.

Sowohl vormittags als auch nachmittags setze ich mir Kernarbeitszeiten für operative Aufgaben: Recherchieren, Texte verfassen, Rücksprachen halten und was sonst noch an Aufgaben anfällt. Gegen Nachmittag oder frühen Abend – je nachdem, wie voll der Terminkalender an diesem Tag ist – investiere ich Zeit in administrative Tätigkeiten: Also Planungen, Angebote und Rechnungen schreiben, Buchhaltung, Terminanfragen rausschicken, Eigenmarketing über Social Media und so weiter.

Welche Tipps würdest Du Deinen Freelancer Kollegen mit auf den Weg geben, um erfolgreicher bei der Job-Gewinnung zu sein?

Zunächst einmal ist es wichtig, den eigenen Standpunkt klar zu bekommen: Wo liegen meine Kernkompetenzen, welche Dienstleistungen biete ich an, welche Aufträge lehne ich ab, weil ich die geforderte Leistung nicht abdecken kann oder sogar aus ideologischen Gründen ablehne. Sobald man sich hier ein klares Bild gemacht hat, kann man sich an die Akquise begeben. Ganz wichtig ist es, sich seiner Tätigkeit und dem Wert der eigenen Arbeit sicher zu sein.

Für die eigentliche Akquise ist der Aufbau eines guten Netzwerks enorm wichtig. Meiner Erfahrung nach ist keine Werbung so gut, wie die Empfehlung durch jemanden, der gute Erfahrung mit der eigenen Arbeit gesammelt hat. Wenn man in Foren und über Jobportale auf die Suche nach Aufträgen ist, sollte man standhaft bleiben und nicht jeden x-beliebigen Auftrag annehmen. Das kostet nur Nerven und wertvolle Zeit, im worst case zahlt man in irgendeiner Form selbst noch drauf.

Wie vermarktest Du Dich selbst und Dein Freelancer Business?

Eine gute Website und eine generelle Präsenz im Web sind unerlässlich, wenn man Werbung für sich selbst machen möchte, Man muss gefunden werden, wenn der Name bei Google eingegeben wird! Potenzielle Auftraggeber müssen sich einen ersten – wenn auch groben – Eindruck machen können. Auch Social-Media-Aktivitäten sind hier wichtig. Ein aktiver Austausch mit Lesern und Besuchern der Profile, ein möglichst barrierefreier Zugang zu Informationen zu Arbeit und Person.

Wie bereits erwähnt, setze ich aber vor allem auf eine gute Mund-zu-Mund-Propaganda und zufriedene Auftraggeber. Damit fahre ich persönlich sehr gut: Die meisten meiner Auftraggeber beauftragen mich regelmäßig und empfehlen mich auch weiter.

Welche Aspekte der freiberuflichen Tätigkeit sind für Dich besonders spannend?

Das ist eine gute Frage! Besonders spannend finde ich, dass ich mich ständig mit neuen Themen beschäftigen und mich tief in die Materie einarbeiten kann. Langweilig wird es nie, außerdem kommt mir das als jemand, der ständig sein Wissen vertiefen und erweitern möchte, sehr entgegen.

Außerdem ist es großartig, wenn positives Feedback von den Auftraggeber und Ansprechpartnern kommt. Das bestätigt mich darin, nicht nur meinen Job gut gemacht zu haben, sondern vor allem der Person, für die oder über die ich beispielsweise einen Text verfasst habe, einen Mehrwert geboten zu haben, den sie in dieser Form nicht erwartete hat.

Was inspiriert Dich bei Deiner Arbeit und wie gehst Du mit einem kreativen Tief um?

Inspiration finde ich eigentlich dadurch, dass ich mit offenen Augen und Ohren meine Umwelt wahrnehme. Das hört sich jetzt etwas plakativ an, ist aber tatsächlich so. Ich lasse gerne meine Gedanken treiben, beschäftige mich mit vielen Themen und bin aufmerksam. Nicht selten sorgt dies für spontane Assoziationen und Ideen, die ich in meiner Arbeit beispielsweise durch smarte Formulierungen umsetzen kann.

Dazu gehört auch, dass man lernt zu akzeptieren, dass man nicht immer auf Knopfdruck kreativ sein kann. Also: Immer zeitlichen Puffer einrechnen, um Tiefs ihre Zeit geben zu können. Akzeptanz und eine gewisse Flexibilität sind hier ein ganz wichtige Punkte in der persönlichen Lernkurve, so meine Erfahrung.

Vielen Dank für das Interview!

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