freelanceXpress.de Blog

Unsere Freelancer im Interview: Valea Diller-El Khazrajy

Valea Diller

Als flexible Freelancerin arbeitet die Art Direktorin Valea mal bei ihren Eltern an der dänischen Grenze oder in der schönen Hafenstadt Hamburg mit Blick in ihren Garten. Die perfekte Umgebung, um Layouts für Magazine zu designen, Whitepaper eines Unternehmens zu konzeptionieren oder das Design für Telefonleitfäden eines Versicherungskonzerns zu entwerfen. Vor ihrem Kommunikationsdesign Studium an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) arbeitete Valea in einer internationalen Bildagentur und betreute über 700 Fotografen aus der ganzen Welt. Nach ihrem Bachelor of Arts sammelte sie Erfahrungen in einem Start Up. Im Januar 2019 beschloss sich die nebenberufliche Fotografin selbstständig zu machen, was mit einer 7-jährigen Tochter und in Zeiten von Corona für sie die ideale Möglichkeit ist, ein harmonisches Work-Life Balance zu führen. Für unsere Kategorie “Unsere Freelancer im Interview” erzählt uns Valea mehr über sich.

Woher kommst Du? Seit wann bist Du selbstständig? Was hast Du gelernt bzw. vor der Selbstständigkeit ausgeübt? In welchem Bereich hast Du Dich spezialisiert, bzw. was ist Dein Fachgebiet?

Moin Moin, sagt man dort, wo ich herkomme, nämlich ganz aus dem Norden Deutschlands, aus einem kleinen Dorf, was niemand kennt, an der Ostsee, nahe der dänischen Grenze bei Flensburg. Das Kommunikationsdesign Studium an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften zog mich in die schöne Hafenstadt Hamburg, wo ich nun auch seit über 12 Jahren lebe. Meine Freude daran, den Menschen eine sichtbare, gemeinsame Welt zu schaffen, die für ein Gemeinschaftsgefühl und sozialen Zusammenhalt sorgt, brachte mich dazu, mich auf den Bereich interkulturelles Kommunikationsdesign zu spezialisieren. Ich arbeite bevorzugt im Bereich Editorial Design, Konzeption und Corporate Design. Ich nehme aber auch gerne Aufträge an, die mein Wissen und meinen Horizont erweitern.

Was hat für Dich den Ausschlag für das freiberufliche Leben gegeben und mit welchen Problemen hattest Du zu Beginn der Tätigkeit zu kämpfen?

Start-ups sind leider etwas unsicher und nachdem mein damaliger Arbeitgeber aus Kostengründen auf mich verzichten musste, stand ich erst einmal vor dem Nichts, nur mit dem Gedanken, mich selbstständig zu machen. Glücklicherweise lernte ich während der Zeit bei den Markenerzählern Herrn Marsch, den Inhaber einer anderen Werbeagentur kennen. Er kannte meinen Ur-Ur-Ur-Großvater Magnus Weidemann, einen deutschen Pfarrer, Maler, Grafiker, Fotograf und Autor mit einem Kunstmuseum auf Sylt. Wir kamen also über meinen Vorfahren von ca. 1880 ins Gespräch und er fragte mich, ob ich Interesse daran hätte, für ihn als Freelancerin zu arbeiten. Einen Businessplan, eine Website und bisschen Mut später war ich nach einem Jahr offiziell selbstständig.

Herr Marsch jedoch war mittlerweile von uns gegangen. Ich bin ihm von Herzen für seinen Anstoß dankbar und dass er mir den Mut gegeben hat, mich selbstständig zu machen. Die Schwierigkeit am Anfang war vor allem an neue Kunden und Aufträge zu kommen. Ich pendelte mindestens ein Jahr lang zwischen Auftrag und Kundenakquise hin und her. Zum Glück spielte mir mein ehemaliger Chef Markus Hermsen einige Aufträge zu. Inzwischen hat sich alles bestens eingespielt.

Freelancer Referenz Valea: Broschüre China-Tours
Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag für Dich als Freelancer aus?

Nach einer warmen Dusche und einem gemütlichen Frühstück mit meiner 7-jährigen Tochter um 07 Uhr beginne ich um 8 oder 9 Uhr zu arbeiten. Nach dem E-Mail Check geht es an das aktuelle Projekt. Zwischendurch führe ich Kundengespräche, um mir Feedback einzuholen. Einige Tee-Tassen später hole ich meine Tochter aus der Schule ab und mache dann 1-2 Stunden Hausaufgaben mit ihr zusammen. Anschließend arbeite ich weiter an meinem aktuellen Auftrag und nutze dann noch die restliche Zeit, um mein Netzwerk zu erweitern und die eigenen Social Media Kanäle zu füttern. Manchmal gönne ich mir aber auch einfach so einen freien Tag. Die gesunde Mischung aus leben und arbeiten ist mir sehr wichtig.

Was zeichnet Dich und Deine Arbeit besonders aus?

Wir sind kulturell geprägt, auf eine bestimmte Art zu handeln und zu denken. Wenn ich für Kunden aus anderen oder gemischten Kulturen gestalte, lasse ich alle Stereotypen fallen. Stattdessen erweitere ich die Grenzen unserer Kultur, schaue genauer hin und mache mir den Einfluss der jeweiligen Kultur bewusst – mit einer positiven Einstellung, mit Neugier und mit Einfühlungsvermögen. Denn wer kulturelle Unterschiede kennt und strategisch zu nutzen weiß, verfügt über einen Wettbewerbsvorteil auf internationalen Märkten. 

Ich entwickle visuelle Konzepte und Kommunikationslösungen für verschiedene Branchen und Zielgruppen

Emotional intelligent, sozial kompetent, Resonanz erzeugend und mittels ganzheitlichem Ansatz von Analyse über Beratung bis hin zur Umsetzung machen ich jeden Auftrag fit für die Herausforderungen im emotionalen Zeitalter.

Was inspiriert Dich bei Deiner Arbeit und wie gehst Du mit einem kreativen Tief um?

Inspiration hole ich mir häufig nur gezielt. Ich höre gerne Klavier oder Reggae Musik beim Arbeiten. Meine Wände hinter meinem Bildschirm sind weiß und leer – einfach um meinem Kopf den kreativen Freiraum zu lassen. Häufig haben wir viel zu viel Input und erleben eine Art Reizüberflutung. Das kann auch mal zu einem kreativen Tief führen. Da hilft nur iMac aus, Schuhe an und raus an die frische Luft. Abwechslung und Ablenkung – dann kommt die Kreativität von ganz allein zurück.

Freelancer Referenz BS Payone
Inwieweit betreffen Dich Krisen wie z.B. COVID-19? Wie sicherst Du Deine Existenz in solchen Zeiten?

Man sagt, dass jeder Millionär mindestens sieben Einnahmequellen hat, für die er fast nichts mehr tun muss. Ich habe immerhin schon eine, denn ich arbeite neben meiner Arbeit als freischaffende Art Direktorin auch für die internationale Bildagentur plainpicture als Fotografin. Da arbeiten die Bilder mehr oder weniger von allein. Je nach Lizenzmodell des Kunden und Vertrag des Fotografen bekommt man als Fotograf sein Honorar ausgezahlt.

Aber so sehr manche Branchen unter der Pandemie leiden – ich kann mich absolut nicht beklagen. Die Aufträge sprudeln nur so rein und ich bin froh, mein Netzwerk zu haben.

Ein gut aufgestelltes Netzwerk ist ein Rettungsanker

Je nach Auftragslage kann ich entweder Aufträge bekommen oder auch bei zu vielen Angeboten welche abgeben.

Welche Tipps würdest Du Deinen Freelancer Kollegen mit auf den Weg geben, um erfolgreicher bei der Job-Gewinnung zu sein?

Ich habe das Glück, dass mir mein Lebenspartner Suat als Mensch und auch beruflich als Key Account Manager ein sehr guter Ratgeber ist. Was ich mittlerweile von ihm gelernt habe, ist, wie wichtig Kundenbeziehungen sind. Aufträge an Land zu ziehen, ist nicht immer leicht – man muss Vertrauen zu seinem Kunden aufbauen: Erst der Mensch, dann das Produkt. Die Fähigkeit das “Need” deines potenziellen Auftraggebers zu erkennen und gleichzeitig eine gute Verbindung zu dem Kunden herzustellen, ist die Kunst, den Auftrag zu closen.

Freelancer Referenz Valea Jilas Beauty
Wie vermarktest Du Dich selbst und Dein Freelancer Business?

Ich habe eine Website und bin auch auf einigen Social Media Kanälen zu finden. Aber ein guter Freelancer schafft es selten, seinen Außenauftritt auf dem neuesten Stand zu halten, aufgrund der guten Auftragslage. Ich versuche schon seit Monaten meinen Content für Instagram vorzubereiten und komme nicht dazu. Bisher habe ich aber immer das große Glück gehabt, dass meine Kunden so zufrieden waren, dass sie mich gerne weiterempfohlen haben oder immer wieder auf mich zukommen, sodass ich abseits davon bisher gar nicht so viel tun musste.

Welche Aspekte der freiberuflichen Tätigkeit sind für Dich besonders spannend?

Es gibt nichts Besseres als den Moment, wenn ich die Belegexemplare meiner Arbeit erhalte. Zum Beispiel habe ich einmal für eine marktführende Reiseagentur für den asiatischen Raum ein Roll Up mit einer Größe von 6×3 Metern designt. Da es in China für eine Oldtimer-Rally war, habe ich zwar nur ein Foto davon bekommen, aber es ist schon ein tolles Gefühl, wenn irgendwo in China ein riesen Roll Up hängt, das ich entworfen habe.

Wie gehst Du damit um, wenn es zwischen Dir und Deinem Auftraggeber zwischenmenschlich nicht mehr harmoniert, Du aber nach wie vor gerne den Auftrag ausführen möchtest?

Wenn es zwischenmenschlich nicht mehr harmoniert, bleibe ich professionell und bespreche nur das Notwendigste mit dem jeweiligen Kunden. Ich würde dann aber eine zukünftige Zusammenarbeit ausschließen. Eine gute Zusammenarbeit basiert auf Vertrauen und einer harmonischen Zusammenarbeit.

Vielen Dank für das Interview!

freelanceXpress-Profil von Valea Diller-El Khazrajy

freelanceXpress Team

Das freelanceXpress Team stellt aktuelle News, Trends und Informationen zu Themen der Kreativbranche, Freelancing und Selbstständigkeit zur Verfügung.

freelanceXpress-banner